Monthly Archives: August 2017

BiliScreen aus 3D-Drucker erkennt mögliche Anzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den gefährlichsten Krebsarten und kann nur schlecht prognostiziert werden. Ein Forscherteam der University of Washington hat jetzt mit BiliScreen unter der Verwendung eines 3D-Druckers ein Gerät entwickelt, welches Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig erkennen kann.

Das Gerät BiliScreen benötigt zur Nutzung nur ein Smartphone, die BiliCam App, eine Spezialbrille aus Papier und ein gedrucktes Bauteil. Geprüft wird eine eventuelle Gelbfärbung der Augen, diese würde auf eine Gelbsucht hinweisen. Die Gelbsucht gilt als ein Anzeichen für den Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Box aus dem 3D-Drucker blockiert das Umgebungslicht, damit eine genaue unverfälschte Messung möglich ist.

BiliScreen im Einsatz
BiliScreen Augenscanner im Einsatz. (Bild: © Dennis Wise/University of Washington)

Von der Smartphone-Kamera wird ein Bild aufgezeichnet und die Brille als Referenz verwendet, damit die Farbinformationen der Augen angepasst werden können. Basierend auf diesen Informationen ermittelt ein zusätzlicher Algorithmus, ob die Augen eine Gelbfärbung haben oder nicht.

Die Methode kann von Jedermann daheim preiswert und einfach durchgeführt werden, während bislang für einen Test eine Blutabnahme beim Arzt oder Krankenhaus erforderlich war. Der Einsatz von BiliScreen könnte die Früherkennungsquote steigen lassen und würde die Heilungschancen betroffener Personen erhöhen. Detailierte Informationen über BiliScreen finden Sie auf dieser Webseite der University of Washington.

Darstellung des Verfahrens und Messergebnisse
Auf diesen Aufnahmen ist zu sehen, wie das Verfahren angewandt wird. Auch die Messergebnisse werden dargstellt. (Bild: © University of Washington)

Forscher aus Dresden und Chemnitz nutzen den 3D-Druck zur Bekämpfung gynäkologischer Krebsarten. Ein Low Cost Diagnose-Tool für das Smartphone wurde von schwedischen Wissenschaftlern entwickelt, mit dem Krebserkrankungen erkannt und Gewebeproben analysiert werden können.

PEAK Sports stellt 3D-gedruckte Basketballschuhe vor

Der chinesische Sportartikelhersteller Peak Sports bringt den ersten Basketballschuh aus dem 3D-Drucker auf den Markt. Die Produkteinführung wurde im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem Basketballprofi Dwight Howard bekannt gegeben. PEAK hat die ersten 3D-Drucker bereits vor drei Jahren erworben, um seine Produkte damit zu entwickeln. Im Mai diesen Jahres brachte der Hersteller mit „FUTURE I“ […]

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3D Printing News Sliced HP, Deloitte, Ultimaker, SLM Solutions, Dacuda, Danfoss

Our 3D printing news digest today includes news about HP, Deloitte, Ultimaker, SLM Solutions, Dacuda and Danfoss. Lasers for Lubeck SLM Solutions Group, a German Selective Laser Melting metal based additive manufacturing company based in Schleswig-Holstein, has announced their participation in the Lubeck Airport’s Centenary celebrations (2-3 September), coinciding with a recruitment drive. 3D printing […]

UTEP thesis investigates missing pigment in 3D printed skin

New research looks at how 3D printed skin can be made from a patients own cells and used as a skin graft or other medical treatments. Composed of three primary layers, each containing an eclectic mix of tissues, human skin, though unassuming to the naked eye, is an incredibly complex organ. With a natural layer […]

Hummer inspiriert 3D-Druck von Schutzkleidung für Sport

Wissenschaftler der School of Engineering an der University of Southern California (USC) Viterbi haben sich für die Entwicklung von Schutzkleidung von der biologischen Struktur der Hummerschale inspirieren lassen. Schwere Kopfverletzungen bei Sportarten wie dem American Football oder Boxen sollen damit zukünftig verhindert werden. Die Schale des Hummers und anderer Krustentiere wie Shrimps verfügt über eine […]

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Purmundus Challenge 2017 hat das Thema Fusion – 3D-Druck intelligent kombiniert

Die Purmundus Challenge 2017 lädt dieses Jahr unter dem Motto „Fusion – 3D-Druck intelligent kombiniert“ alle interessierten Designer, Ingenieure, KMUs, Startups und viele mehr zur Teilnahme ein. Das Ziel ist es gegensätzliche Materialeigenschaften und Methoden sinnvoll miteinander zu kombinieren. Der 3D-Druck-Wettbewerb „Proto Labs Design Challenge“ startete Anfang August und hat eine Designhilfe für die Fertigung von Produkten aus dem 3D-Drucker als Ziel.

Erster Preisträger der Purmundus Challenge 2016
FIRSTEP war erster Preisträger der Purmundus Challenge 2016. (Bild: © purmundus-challenge.com)

Im Rahmen der Purmundus Challenge 2017 werden innovative Entwürfe gesucht, die per 3D-Druck realisierbar sind und neue Möglichkeiten für den heutigen hochtechnologischen Alltag zeigen sollen. Der Alltag soll mit noch „menschlicheren“ Anwendungen realer und erfahrbarer werden. Die Herausforderung des Wettbewerbs ist es, gegensätzliche Materialeigenschaften und Methoden sinnvoll miteinander zu verbinden. Zum Beispiel hart und weich, analog und digital oder additiv und subtraktiv.

Alle Einsendungen werden von einer internationalen Jury bewertet, die aus Vertretern von Forschungseinrichtungen, Marktexperten und Industriefirmen stammen. Bewertet werden die Vielschichtigkeit, Ambivalenz, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial, sowie der Innovationsgrad. Im Wettbewerb willkommen sind Verfahren und Materialien, die sich aktuell nicht etablieren konnten, derzeit noch erforscht werden oder noch erfunden werden müssen. Das Hochleistungs-Supportmaterial von Verbatim wäre ein denkbares Material.

Pokale der Purmundus Challenge 2017
Diese Pokale werden bei der Purmundus Challenge 2017 überreicht. (Bild: © purmundus-challenge.com)

Bis zum 30. September 2017 können die Teilnehmer der Purmundus Challenge 2017 ihre Ideen einsenden. Auf der Formnext 2017, die vom 14. bis 17. November 2017 in Frankfurt am Main stattfindet, werden die Einsendungen auf einer Purmundus-Challenge-Fläche präsentiert. Am 16. November 2017 werden Einreichungen im feierlichen Rahmen ausgezeichnet. Die Geldpreise belaufen sich auf 6000 Euro, es gibt wertvolle Sachpreise und einen Publikumspreis zu gewinnen. Der Gewinner des Publikumspreises wird von Messebesuchern während der diesjährigen Formnext ausgewählt.

Interview mit Marco Wirth zum Remixen auf Thingiverse

Wie entstehen eigentlich all die Designs, die wir auf Plattformen für 3D-Druckvorlagen finden und dann mit unseren 3D-Druckern drucken? Zusammen mit drei Kollegen hat Marco Wirth von der Universität Würzburg einen wissenschaftlichen Artikel in der Fachzeitschrift “Journal of Information Technology” mit dem Titel „Copy, transform, combine: exploring the remix as a form of innovation“ veröffentlicht (wir berichteten), der sich genau dieser Frage widmet. Konkret haben die Autoren sich die bekannte Plattform und Community Thingiverse angesehen. Wir hatten die Möglichkeit mit Marco Wirth zu sprechen.

Marco Wirth und Christoph Flath
Forschen am Remixen auf Thingiverse: Christoph Flath (links) und Marco Wirth (rechts) auf der European Conference on Information Systems 2015 in Münster (Bild © Marco Wirth).

3D-grenzenlos: Herr Wirth, vielleicht fangen wir mal ganz am Anfang an, wie sind Sie dazu gekommen, sich mit 3D-Druck zu beschäftigen?

MW: Ich habe Informatik studiert und interessiere mich auch sonst für alles was mit IT und Technik zu tun hat. Nach dem Studium hatte ich die Möglichkeit nach Würzburg zu gehen und eine Doktorarbeit über 3D-Druck zu schreiben, da habe ich nicht lange gezögert. In Würzburg habe ich in einem tollen Team arbeiten können und so konnte ich meine Forschung auf mehreren Konferenzen vorstellen und nun auch erfolgreich publizieren.

3D-grenzenlos: Und was genau schaust du dir in deiner Forschung an?

MW: Nun, 3D-Druck wird oft als technisches Thema darstellt. Die meisten Publikationen dazu beschäftigen sich mit Verfahrens- oder Materialfragen. Da ich an einem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik promoviere, habe ich mich zunächst mit wirtschaftlichen Aspekten des 3D-Drucks auseinandergesetzt. Also etwa die Frage, welche Geschäftsmodelle existieren. In meiner Arbeit habe ich aber schnell gesehen, dass eigentlich etwas anderes viel spannender ist: die 3D-Druck-Community. Hier sind Menschen unterwegs, die ihre Ideen anderen zur Verfügung stellen und sich gegenseitig helfen und inspirieren. Diesen Aspekte hatte bei 3D-Druck noch niemand im Detail untersucht und deshalb habe ich mich damit beschäftigt.

3D-grenzenlos: In eurem Paper geht es um Remixen auf Thingiverse, wie seid ihr dazu gekommen?

MW: Wie gesagt, den Community-Aspekt fand ich am Thema 3D-Druck am interessantesten. Und die größte Community ist Thingiverse, da lag es natürlich nah, sich damit genauer zu beschäftigen. Bevor wir diese Publikation begonnen haben, haben wir uns unzählige Fragen gestellt und die Plattform entsprechend analysiert. Ich wollte zu Beginn beispielsweise zeigen, was ein erfolgreiches Design ausmacht. Irgendwann sind wir an dem Remix-Thema hängen geblieben. Es gibt einen Forschungsbereich, der nennt sich Innovationsmanagement und beschäftigt sich damit, die Neues entsteht. Im Innovationsmanagement weiß man seit langem, dass neue Ideen fast immer Rekombinationen von bekannten Bausteinen sind. In der Literatur nennt sich das “Knowledge Reuse”, auf Thingiverse wird das “Remix” genannt. Remix klingt irgendwie besser als “Knowledge Reuse”. Jedenfalls hat die Forschung immer das Problem gehabt, dass man zwar wusste, dass sich neue Ideen aus alten zusammensetzen, dass man es aber nur anekdotisch zeigen kann. Man kann keine Studie machen, wo man von allen Erfindungen des Jahres die Inspirationsquellen aufzählt. Auf Thingiverse stehen aber alle Designs unter einen offenen Lizenz, wer etwas remixt, darf das, muss aber die Quelle angeben. Damit konnten wir also der alten Fragen nachgehen, wie Dinge eigentlich rekombiniert werden, damit Neues entsteht.

3D-grenzenlos: Und wie werden sie rekombiniert?

MW: Also erstmal muss man vielleicht erklären, dass remixen für die Plattform eine extrem wichtige Funktion ist. Die Hälfte aller Designs, die man auf Thingiverse finden kann, würden nicht existieren, wenn man nicht remixen könnte. Das ist schon ne Menge. Die konkreten Prozesse haben wir uns auch angesehen. Wir konnten beispielsweise zeigen, dass sich all die Remixe auf acht simple Grundmuster runterbrechen lassen. Solch ein Ergebnis ist natürlich auch außerhalb des 3D-Drucks interessant, denn die Muster, die wir gefunden haben, werden auch in anderen Kontexten funktionieren.

3D-grenzenlos: Haben Sie sich auch mit den Designern beschäftigt, die auf Thingiverse aktiv sind?

MW: Ja das haben wir, das war auch sehr spannend. Wir haben zum Beispiel gesehen, dass die Designer ganz klar in Lager fallen. Es gibt die, für die Remixen eine Selbstverständlichkeit ist, es ist Teil ihres kreativen Prozesses. Es gibt aber auch eine Gruppe, die absolut nie remixt. Diese Leute lehnen es ab, sich bei anderen zu bedienen, wollen eher selbst etwas schaffen. Und zwischen diesen beiden Lagern gibt es kaum jemanden. Auf Seite 13 im Paper kann man das gut sehen, die Grafik zeigt eine richtige Badewannen-Verteilung, viele Leute, die immer remixen, viele Leute, die nie remixen und dazwischen so gut wie niemanden.

3D-grenzenlos: Vielleicht noch eine abschließende Frage, gibt es noch etwas, dass Sie in der Forschung überrascht hat, womit Sie nicht gerechnet haben?

MW: Hmm … ja! Wir haben uns angeschaut, wie die Inspirationen über Kategoriegrenzen hinaus getragen werden. Es gibt auf Thingiverse ja Kategorien von Designs also beispielsweise Spielzeug ,Haushalt oder Gadgets. Wenn man sich anschaut, wie Ideen über die Grenzen von Kategorien wandern, dann fällt auf, dass dies extrem ungleichmäßig passiert. Wir haben das auch grafisch aufgearbeitet in dem Artikel. Man sieht das auf Seite 10. Wenn Sie sich mal die beiden Kategorien “Lernen” und “Hobby” ansehen, dann fällt auf, dass sehr viele Ideen von Lernen nach Hobby fließen, es fließt aber kaum etwas zurück. Man kann in der Grafik richtig sehen, wie die Kategorie “Hobby” Ideen von überall ansaugt. Das fand ich faszinierend. Damit müsste man sich eigentlich noch genauer auseinandersetzen, vielleicht ist dies für meinen Nachfolger ein interessanter Ansatzpunkt.

3D-grenzenlos: Herr Wirth, vielen Dank für Ihre Zeit und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Promotion.

MW: Danke! Vielen Dank auch für Ihr Interesse an unserer Forschung.


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