Monthly Archives: November 2014

Warping / Verzug bei 3D-Druck vermeiden

Bei den Rapid-Technologien Fused Deposition Modelling (FDM) und Fused Filament Fabrication (FFF) treten beim Drucken oftmals Probleme auf, zu denen der sogenannte „Warp“-Effekt bzw. das Warping zählen. Unter diesem Effekt wird die Neigung eines Bauteils zum Aufwölben und zum Verzug verstanden, wodurch es sich teilweise oder – im ungünstigsten Fall – komplett von der Bauplattform löst. Dies ist speziell bei Bauteilen aus ABS- und HIPS Filament zu beobachten, während bei PLA dieser Effekt nur minimal auftritt.

Im Rahmen einer durchgeführten Projektarbeit der Fachhochschule Kaiserslautern wurde am Standort Pirmasens in Zusammenarbeit mit der Firma fabbmatic dieser Effekt näher untersucht.

Ursachen des Warpings

Warping entsteht aufgrund von ungleichmäßig verteilten Eigenspannungen im Filament als Folge unterschiedlicher Abkühlgeschwindigkeiten und -temperaturen der einzelnen Schichten (layers). Dieses Phänomen wird durch die Schrumpfung des Kunststoffs während des Abkühlvorgangs verursacht. Je größer die Temperaturdifferenz der einzelnen Schichten, desto größer die Schrumpfung und der damit verbundene Warp-Effekt. PLA besitzt einen sehr geringen Schrumpf, wodurch das Warping in einem gering Maß auftritt, während es bei ABS deutlich stärker ausgeprägt ist.

Warping bei ABS 3D-Druck

Abhilfemaßnahmen:

  • Beheiztes Druckbett verwenden.
  • Unterschied zwischen Heizbett und Düse minimieren.
  • Erzeugung einer besseren Haftung zwischen Bauteil und Bauplattform mittels Beschichtung (Kapton™-Folie, Blue Masking Tape, PET-Folie, Klebestift, Klebeband, Haarspray, etc.).
  • Regelmäßige Reinigung des Druckbetts.
  • Drucken mit geringem Infill (Füllung).
  • Aufrauen der Beschichtung des Druckbetts (z. B. mit Schleifpapier).
  • Konstruktive Änderungen am Bauteil über CAD-Software (Größere Auflagefläche).
  • Anpassung der Parameter „extrusion width“, „extrusion multiplier“, „raft layers“.

Verwenden Sie eine beheizte Bauplattform (beheiztes Druckbett). Hierbei sollte die Heizbetttemperatur so gewählt werden, dass diese knapp unter dem Filament-Erweichungspunkt liegt, bei ABS entspricht dies einer Betttemperatur von 100 – 110 °C. Hierbei gilt: Je höher die Heizbetttemperatur, desto geringer die Temperaturunterschiede der einzelnen Filamentschichten und der daraus resultierende Warp-Effekt. Jedoch gibt es Grenzen: Wird die Heizbetttemperatur zu hoch gewählt (über den Erweichungspunkt hinaus, bei ABS liegt dieser zwischen 110 – 130 °C, je nach Filament), so beginnt sich das Bauteil plastisch zu verformen und man verstärkt den Warp-Effekt eher, als das man ihn bekämpft.

Für das Drucken mit minimalem Warping muss zudem eine geeignete Beschichtung verwendet werden, welche auf die Bauplattform aufgetragen wird. Bei den Versuchen hierzu haben sich Kapton™-Folie, Blue Masking Tape (= blaues Krepp-Klebeband) und PET-Folie bewährt. Der Trick hierbei ist immer der gleiche: Zur Verringerung des Warp-Effekts und des Lösens des Bauteils von der Plattform muss eine verbesserte Haftung zwischen Plattform und Bauteil gegeben sein. Um solch eine verbesserte Oberflächenhaftung zu erzielen kann – neben den dargestellten Lösungen – alternativ auch doppelseitiges Klebeband, Klebestift oder stark haftendes Haarspray verwendet werden.

Artikel Warp_Blue Masking Tape

Die Füllung des Bauteils (Infill) beeinflusst ebenfalls den Warp-Effekt. Hier gilt: Je mehr Infill, desto größer die Spannungen im Inneren des Bauteils. Folglich begünstigt ein geringeres Infill ein geringeres Warping.

Zudem sollte eine regelmäßige Reinigung der Oberfläche des Druckbetts stattfinden. Hierzu empfiehlt sich herkömmliches Reinigungsspray für Elektrogeräte (Elektronik-Universalreiniger). Dieses ist in jedem Bau- und Elektrofachhandel erhältlich. Alternativ kann bei stärkerer Verschmutzung, beispielsweise bei der Verwendung von Klebestift oder starkem Haarspray, chemisches Lösungsmittel (z. B. Aceton) verwendet werden.

Durch konstruktive Maßnahmen an der STL-Datei selbst kann der Warp-Effekt ebenfalls verringert werden. So wird durch Erzeugung einer größeren Auflagefläche die adhäsive Haftung des Bauteils verbessert, wodurch das Warping wiederum vermindert wird. So können Kreise oder andere großflächige Geometrien als untere „Fundamentschicht“ dem Bauteil angefügt werden.

Beim Drucken von großflächigen, langen Objekten ist der Warp-Effekt am stärksten, da hier der Bereich der Temperaturunterschiede am größten ist. Mit Hilfe von CAD-Software können bei solchen Teilen kreisförmige Bohrungen/Löcher, sowohl horizontal als auch vertikal, in das Bauteil mit einkonstruiert werden. Diese müssen jedoch so gestaltet sein, damit diese sich beim späteren Gebrauch und beim Druckvorgang selbst nicht störend auswirken.

Durch das Ändern bestimmter Slicer-Parameter kann der Warp-Effekt ebenfalls verringert werden, beispielsweise durch das Hinzufügen einer Extra-Schicht unter dem Bauteil, als eine Art Grundschicht. Hierzu wird unter der Einstellung „raft layers“ ein Eingabewert von 1-2 gewählt.

Artikel Warp_P1090542

Für die Drucktests der Studie wurde das Modell „MendelMax FM Pro“ des Anbieters „fabbmatic“ verwendet. Die Stärke und Intensität des Warps ist hierbei nicht auf das verwendete Druckermodell zurückzuführen, sondern vielmehr auf das verwendete Filament und die Druckereinstellungen.

Artikel Warp_Drucker

Gastbeitrag für 3D Printing Blog von  Sebastian Baumgärtner, FH Kaiserslautern, Standort Pirmasens. © Bilder: fabbmatic, FH Kaiserslautern


Der 3Druck.com-Jahresrückblick 2014 – Teil 1 (Januar)

2014 war wieder ein ereignisreiches Jahr in der Welt des 3D-Drucks und der Additiven Fertigung. In den nächsten Wochen wollen wir deshalb das Jahr nochmals Revue passieren lassen und die Highlights auf 3Druck.com präsentieren. Heute veröffentlichen wir den ersten Teil über den Januar 2014. Das Jahr beginnt in der Technologie-Branche traditionell mit der „Consumer Electronics […]

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Proto-pasta Announces Addition of Two New Metallic PLA Filaments

By Andrew Wheeler

ProtoPlant, makers of Proto-pasta, announced two new materials for its line of exotic 3D printer filament: Stainless Steel PLA and Magnetic Iron PLA.
​Engineered for printability on home 3D printers, Proto-pasta Stainless Steel PLA can be polished or brushed for a brilliant metallic shine, or left unfinished for a cast metal appearance. Great for making realistic terminator replicas or giving prototypes an industrial design feel and aesthetic.

A print in Proto-pasta Magnetic Iron that has been submerged in a salt-water solution in two days, resulting in a rust finish.…

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Maker’s Affair Poker Ping Pong Paddles Could Be A Hit

By Evan Chavez

Ping Pong has the potential to have a new quirky application with 3D printing and a little Kickstarter help. Paddles for Oddballs by Maker’s Affair has a new line of Poker-themed Ping Pong paddles complete with professional grade rubber. The prints currently only come in sizes produced by a small printer. While the quality of prints has been consistent, the group needs a larger printer to make larger paddles. The simple math led Maker’s Affair to Kickstarter.

There is less than a month left to reach the financial goal.…

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$100k Additive Manufacturing Award recognizes the world’s best innovations in 3D printing

The Association For Manufacturing Technology (AMT) and VDW, Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (German Machine Tool Builders’ Association) announced a partnership to present the International Additive Manufacturing Award annually, beginning in 2015.

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ZMorph 2.0 S All-in-One 3D-Drucker bei Euromold vorgestellt

Bei der diesjährigen Fachmesse Euromold stellte der polnische 3D-Drucker-Hersteller ZMorph die neue Generation des ZMorph Druckers vor. Das Gerät mit dem Namen ZMorph 2.0 S kommt mit elf austauschbaren Werkzeugköpfen mit welchen es ermöglicht wird, dass der Drucker mit verschiedenen Materialien arbeiten kann. So kann nicht nur mit ABS und PLA Kunststoff gedruckt werden, sondern […]

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